«Es chlöpft und tätscht»: Warum Jugendliche in Windisch plötzlich selbst mauerten, Kabel zogen – und den Bau neu entdeckten

Berufsbildung Verbandsnachrichten

Dienstag, 5. Mai 2026: Wer an diesem Morgen auf die Baustelle in Windisch kam, merkte schnell: Hier geht es nicht um trockene Berufsinformationen. Hier wird ausprobiert, angepackt und gezeigt. Über 70 Jugendliche tauchten bei «Baustelle live erleben!» mitten in die Welt der Bauberufe ein, mit staubigen Händen, ehrlichen Gesprächen und überraschenden Erkenntnissen.

Text/Bild: Petra Stocker

Reges Treiben auf der Baustelle

Auf der Baustelle der Jäggi AG in Windisch herrscht reges Treiben: Hämmer, Maschinenlaute und Gelächter begleiten Jugendliche mit Helmen zwischen Gerüsten, Kabelrollen und Ziegeln. Zwei diskutieren über eine schiefe Wand, ein Schüler versuchte Draht abzurollen, während Dieter Kern vom baumeister verband aargau die Gruppe begrüsst und betont «wir wollen authentisch bleiben!». Der Tag war tatsächlich authentisch.

Vom Keller bis aufs Dach – Baustelle zum Anfassen

Beim Event „Baustelle live erleben!“ des baumeister verbands aargau, suissetec aargau und EIT.aargau mit Ausbildungsbetrieben wie Jäggi AG, Aarvia Bau AG, L + W AG und von Tobel AG konnten Jugendliche auf echten Baustellen Mauern, Armieren, Pflastersteine setzen und Kabel verlegen. Im Rundgang vom Keller bis aufs Dach erhielten sie Einblicke in Struktur, Planung und Präzision. Viele erkannten erstmals die Vielseitigkeit der Baubranche; Zitate von Schülerinnen und Schülern zeigen praktisches Lernen und Begeisterung.

Ohne Teamwork läuft auf der Baustelle nichts

Auf der Baustelle arbeiten alle Berufe eng zusammen: Maurer, Elektroinstallateure und andere Gewerke sind voneinander abhängig. Planung, Präzision und Abstimmung sichern den Baufortschritt. Oder wie es Dieter Kern am Ende des Tages erklärte: «Die Baustelle funktioniert wie ein Zahnrad. Jeder Beruf ist wichtig.» Die Jugendlichen erkennen, dass Kommunikation, Teamwork, Verantwortung und Vertrauen essenziell sind.

«Am Anfang fühlt sich der Stein schwerer an»

In der Tiefgarage der Baustelle diskutierten Lernende, eine Berufsbildnerin und Nachwuchskräfte offen über ihren Alltag. Samuel (Maurer, 2. Lehrjahr) berichtete von der Schulumstellung und der übernommenen Verantwortung. Pedro aus dem Strassenbau hob die körperliche Seite hervor, doch Gewöhnung erfolgt schnell. Beim Mauern lernten die Schüler die Grifftechnik direkt am Postenlauf. Es wurde deutlich: Bau bedeutet mehr als Kraft – Flächen berechnen, Gefälle bestimmen, Pläne lesen, sauber arbeiten und Teamarbeit gehören dazu. Vielseitigkeit begeistert die Jugendlichen, und man lernt jeden Tag Neues.

Ein Tag, der etwas ausgelöst hat

Am Morgen wollten Jugendliche verstehen statt nur zuhören.
Wie lange dauert ein Arbeitstag? Kann man neben der Lehre noch Fussball spielen? Muss man sein Werkzeug selbst bezahlen? Arbeitet man nur auf Baustellen oder auch bei Menschen zuhause?
Da war mehr entstanden als nur Neugier. Ein Jugendlicher, aktuell Praktikant bei einer Baufirma zeigte sofort Begeisterung fürs Bauwesen, arbeitete schnell, sauber und konzentriert. Nach getaner Arbeit hat er den Platz sauber hinterlassen. Ziel von «Baustelle live erleben!» war, echte Möglichkeiten statt nur Berufe zu zeigen. Dieter Kern schloss mit: „Probiert es aus. Ihr habt nichts zu verlieren.“

Tolle mediale Resonanz zur Woche der Berufsbildung

Weiter zum Bericht in der Aargauer Zeitung

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